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28. Feb | 10. Apr 
Milena Moser & Sibylle Aeberli
Die Unvollendeten | Zusatzvorstellungen

Anekdoten, Texte, Lieder

Der Auftrag kommt von ganz oben und trifft TV-Redakteurin Susanne Schaufelberger wie so vieles ziemlich unvorbereitet. Sie soll eine Sendung zum 1. August konzipieren. Die ganz grosse Kiste also zur besten Sendezeit. Und weil in diesem Jahr 40 Jahre Frauenstimmrecht und 100 Jahre Frauentag gefeiert werden, soll die Sendung im Zeichen der Schweizer Frau stehen.

Zündende Ideen oder gar Visionen darf man von Frau Schaufelberger nicht erwarten. Dafür weiss aber ihre Assistentin Patty sehr genau, wie die Schweizer Frau am 1. August im Fernsehen gefeiert werden soll: Die vier Bundesrätinnen am Bug eines Schiffes auf dem Vierwaldstättersee, die drei Weltreligionen auf dem Rüttle, Damenprominenz und auch die vielbeschworene Frau von der Strasse sollen zu Wort kommen. Leider klappt es aber mit diesem Konzept nicht – alle angefragten Damen sagen ab.

Übrig bleiben schliesslich die Musikerin Sibylle Aeberli, die wegen der atemberaubenden Gage, die ihr Redakteurin Schaufelberger in ihrer Verzweiflung anbietet, schliesslich Ja sagt, und die Schriftstellerin Milena Moser, die Ja sagt, weil sie nicht Nein sagen kann.

Während Milena Moser schon bei der Aufnahme für den Sendetrailer zum ersten Mal verzweifelt, komponiert Frau Aeberli bereits wild entschlossen eine Hymne an die Schweizer Frau. Die Sendung, welche die beiden nun wohl oder übel abliefern müssen, gerät zu einer Momentaufnahme des Frauenlebens in der Schweiz im Jahr 2011.

Bin ich schön? Oder als Frau eh’ immer nur das Opfer? Spätabends von der Arbeit heimkommen, den Abwasch erledigen und dafür sorgen, dass am nächsten Morgen saubere Wäsche für Mann und Kinder bereit liegt. Ist es das, was von Feminismus und Gleichberechtigung übrig geblieben ist?

Wohl weniger tauglich für eine Familiensendung um 20.00 Uhr, weil Worte wie Orgasmus und Sex durchaus vorkommen und die Menopause mit einem eigenen Song gefeiert wird. Dafür höchst unterhaltsam, mal sehr laut und komisch, dann wieder mit leisen, nachdenklichen Tönen. Und alles garantiert missenfrei...


Regie: Meret Matter

www.milenamoser.com